Creme selber machen

Menschen wollen sich wohlfühlen in ihrer Haut. Dies ist von diversen Faktoren abhängig. Die richtige Hautpflege spielt dabei aber eine entscheidende Rolle. Richtige Hautpflege meint eine auf den Körper individuell angepasste Pflege, die der Haut exakt das gibt, wonach sie verlangt. Oftmals können normale Drogerieprodukte den Anforderungen nicht gerecht werden. Neben den falschen Pflegestoffen beinhalten sie schlimmstenfalls sogar Inhaltsstoffe, die unserer Haut schädigen können. So sind Allergien und Unverträglichkeiten keine Seltenheit, Parabene stehen im Verdacht, Krebs zu begünstigen. Um diese Nachteile zu vermeiden, kann auf teure Naturkosmetik umgestiegen werden. Aber auch hier sind nicht immer die Inhaltsstoffe enthalten, die auf die individuellen Bedürfnisse angepasst sind. Eine andere Alternative ist, die (Gesichts-)Creme selber zu machen.

Das schont zum einen Euren Geldbeutel und zum anderen könnt Ihr frei entscheiden, welche Inhaltsstoffe Ihr verwenden wollt. Wir wollen Euch unterstützen und haben tolle Rezepte rausgesucht, welche besonders für Einsteiger super geeignet sind. Bevor wir aber die Rezepte vorstellen, gibt es einen kleinen Exkurs in Sachen Creme selber machen.

Der Aufbau von Creme

Creme besteht in erster Linie aus Fett, Emulgator und Wasser: Das zusammen ergibt die Emulsion oder Creme. Der Emulgator ist notwendig, damit sich Wasser und Fett miteinander verbinden können. Bei der Herstellung wird also eine sogenannte Fettphase (oder Ölphase), die sich aus den Ölen und dem Emulgator zusammensetzt und die Wasserphase (die Flüssigkeit, meist Wasser, es gehen aber auch andere Flüssigkeiten, wie Tee) miteinander verbunden. Dadurch kann die cremige Substanz entstehen, die sich sowohl super verteilen lässt als auch gut von der Haut aufgenommen werden kann.

Creme selber machen!

Creme selber machen!

Es werden zwei Cremearten unterschieden: Die Wasser-in-Öl-Emulsion und die Öl-in-Wasser-Emulsion. Bei Erster steht der fettende Teil der Creme im Vordergrund. Diese Cremes sind vor allem als Nachtcreme und Heilcreme geeignet.
Bei der Öl-in-Wasser-Emulsion wird das Öl von Wasser umgeben, was die Creme schneller einziehen lässt und keinen Fettfilm auf der Haut hinterlässt. Diese ist z.B. als Tagescreme, für fettige und normale Haut geeignet. Je nachdem, welche Emulsion hergestellt werden soll, muss der entsprechende Emulgator benutzt werden.

Zudem können neben diesen drei Grundbestandteilen beliebig weitere Inhaltsstoffe (ätherische Öle, Vitamin Fluids) hinzugefügt werden, mit denen sich die Creme verfeinern lässt und seine ganz individuelle Note bekommt.

Haltbarkeit selbstgemachter Cremes

Aufgrund des in selbst gemachter Creme enthaltenen Wassers, neigt diese schnell dazu, schlecht zu werden. Vor allem Schimmel kann sehr schnell entstehen. Eine selbst gemachte Creme, ohne Zusatz eines Konservierungsstoffes hält sich bei Zimmertemperatur ungefähr eine Woche, im Kühlschrank etwa doppelt so lange. Um die Haltbarkeit etwas zu verlängern, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Hygiene bei der Herstellung der Creme
  • Bestandteile, die die Haltbarkeit fördern
  • Aufbewahrung

Bei der Herstellung Eurer eigenen Creme solltet Ihr penibel auf Sauberkeit achten. Das Zubehör sollte unbedingt vorher noch einmal abgekocht oder mit Alkohol desinfiziert werden, bevor es verwendet wird. Auch wenn Ihr Eure Arbeitsgeräte immer gleich nach Gebrauch säubert. Verwendet zum Abtrocknen keine Geschirrtücher sondern Küchenpapier. Das Gleiche gilt beim Säubern der Arbeitsfläche. So vermeidet Ihr, dass Keime aus Lappen oder Tüchern in die Creme gelangen.

Es gibt Bestandteile, die dazu führen, dass die Creme etwas weniger anfällig für Schimmel wird, aber auch solche, die Schimmeln begünstigen. Am besten eignet sich reines Wasser, welches vorher abgekocht wurde oder auch destilliertes Wasser. Grundsätzlich können in der Wasserphase auch andere Flüssigkeiten verwendet werden als Wasser. Kamillentee oder Säfte werden gerne in Rezepten verwendet, um der Creme weitere pflegende Zusätze zu geben. Dadurch wird die Schimmelbildung jedoch stark begünstigt. Andererseits erhöht die Zugabe von Tinkturen (die mit Alkohol versetzt sind) die Haltbarkeit. Außerdem kann auch ein biologischer Konservierungsstoff hinzugegeben werden, was jedoch Geschmackssache ist.

Auch die Aufbewahrung und Verwendung der selbst gemachten Creme hat einen Einfluss auf die Haltbarkeit Eurer Hautcreme. Wie bereits erwähnt, hält sich selbst gemachte Creme im Kühlschrank doppelt so lange. Auch Einfrieren ist eine Möglichkeit, ein Verderben zu verhindern. Je öfter der Cremebehälter geöffnet wird, desto schneller wird die Creme schlecht. Es ist also ratsam, eine kleine Menge für die tägliche Verwendung zu nutzen und regelmäßig aus einem größeren Behältnis abzufüllen, welches im Kühlschrank aufbewahrt wird.

Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit ist es natürlich ratsam, immer nur kleinere Mengen Creme anzurühren. Mit etwas Übung geht das dann auch sehr schnell.

Rezeptidee Gesichtscreme selber machen

Zuerst den Cetylalkohol bei etwa 65 Grad in den Ölen lösen, dann Emulsan, Kakao- und Sheabutter dazugeben und alles im Wasserbad schmelzen lassen. Das Wasser auf etwa die gleiche Temperatur erhitzen. Dann Wasser ganz langsam in die Fettphase einrühren und abkühlen lassen. Hat die Gesichtscreme Zimmertemperatur erreicht, können weitere Zusätze untergemischt werden. Dann in verschließbares Gefäß geben und am Besten im Kühlschrank aufbewahren. Für etwas reifere Haut eignet sich perfekt Baobaböl, da es die Elastiztät fordert und den Erneuerungsprozess der Zellmembrane unterstützt.

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Wer sich eine After Sun machen will, der sollte auf jeden Fall auch D-Panthenol in seine leichte Lotion machen, da es der der Haut hilft, die Feuchtigkeit zu speichern. Ein bisschen in die Öl in Wasser-Emulsion, wirkt Wunder und wird von der Haut sehr gut aufgenommen. Man kann es in seiner Reinform bzw. 75 % auch direkt auf Hautirritationen geben. Es kann Juckreiz lindern, Entzündungen hemmen und die Wundheilung fördern.

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