Schadstoffe in Deodorant

Einige von euch benötigen es nur beim Sport, andere wiederum verlassen ohne gar nicht erst das Haus. Es wird von Männlein als auch Weiblein gleichermaßen genutzt und egal, ob es als Stift, Spray oder Roll-On daher kommt – es sorgt in den meisten Fällen für guten Geruch. Vorhang auf für: das Deodorant. Unser dritter Beitrag der Serie „Schadstoffe in Kosmetika“ setzt sich kritisch mit diesem Pflegeprodukt und seinen Inhaltsstoffen auseinander. Die Auswahl an herkömmlichen Deos im Drogeriemarkt ist nämlich riesig – leider ist bei vielen auch die Anzahl an schlechten Inhaltsstoffen erschreckend hoch. Wir wollen euch also mit diesem Beitrag für schädliche Inhaltsstoffe in den wohlriechenden Antitranspiranten sensibilisieren, damit ihr zukünftig von zwei Vorteilen profitieren könnt. Gut riechende Deodorants mit nicht schädlichen Inhaltsstoffen.

 

Anti-Transpirant-Schutz von Nivea

Vielzahl an herkömmlichen Deodorants

Das Produkt, auf dessen Inhaltsstoffe ich heute aufmerksam machen möchte, ist ein Deospray von Nivea. Der vollständige Name des Produkts lautet: Double Effect Violet Senses Spray. Ich habe dieses Produkt in der Vergangenheit gerne genutzt, weil es super gut riecht. Besonders während der Sporteinheiten hat es sich als zuverlässiger Unterstützter im Kampf gegen strengen Körpergeruch erwiesen. Aufgrund des guten Geruchs habe ich damals das Zeug sogar in meinen Turnbeutel gesprüht. Auf der Website des Herstellers Nivea wird das Produkt aber in erster Linie hinsichtlich seiner Wirksamkeit beworben. Laut Hersteller soll man bei Benutzen dieses Deos einen 48-Stunden-Schutz erfahren. Gleichzeitig bereitet das Produkt auch die Haut für eine gründliche Rasur vor – das Ergebnis sollen länger schöne und glatte Achseln sein. Besonders die enthaltenen pflegenden Avocadoextrakte sollen die Haut sowie Achselhaare weicher machen, um somit die bessere Rasur zu ermöglichen. Neben den enthaltenen Extrakten sind allerdings noch weitere Stoffe in dem Deodorant enthalten, die definitiv erwähnenswert sind. Es handelt sich hierbei nämlich um Stoffe, die für den menschlichen Organismus schädlich sein können.

 

Cetyl PEG:

PEGs sind chemische Molekül-Verbindungen, die sowohl in flüssiger als auch in fester Form verarbeitet werden. Ein wesentlicher Grundstoff ist das Erdölderivat Ethylenoxid. Grundsätzlich gilt: PEGs werden dort eingesetzt, wo Fett und Feuchtigkeit miteinander verbunden werden sollen. Ich bin kein Chemiker und kann euch deshalb nicht genau sagen, wieso sich dieser Stoff in einem Deodorant befindet. Fest steht aber: Besonders problematisch an dem Stoff ist neben seiner chemischen Herkunft besonders der eigentliche Herstellungsprozess. Stellt man PEGs her, können hierbei diverse Reaktionsprodukte entstehen, die mit Nebenwirkungen verbunden sind. So wird beispielsweise das PEG 450 auch als lokales Betäubungsmittel eingesetzt. Ein entscheidender Nachteil des Cetyl PEG ist, dass der Stoff nicht nur mit Wasser oder Öl, sondern auch mit eurer Haut reagiert. Durch diese Reaktion wird die natürliche Schutzfunktion eurer Haut erheblich beeinträchtigt. Andere schädliche Stoffe können somit leichter in die Haut eindringen, zudem wird sie anfälliger für weitere Umwelteinflüsse.

 

Dimethicone:

Dieser Stoff gehört zu der Gruppe der Silikone. In konventioneller Kosmetik werden häufig solche, auf Mineralöl basierende Stoffe, als Produktbasis genutzt. Besonders in Shampoos werden Silikone häufig verwendet, um dort die Haarstruktur zu versiegeln und einen Pflegeeffekt zu suggerieren. Bezogen auf die Deodorants gilt: Silikone sind hautfremdes Material. Es bleibt somit lediglich an der Hautoberfläche und kann nicht ausreichend pflegen. Silikone machen also nicht nur uns was vor, sondern stellen auch für die Umwelt eine große Belastung dar. Gelangen Überreste dieses Stoffes in die Umwelt, so kann er dort nicht abgebaut werden. Der Schadstoff sammelt sich schlussendlich zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz in der Natur an.

 

Butan und Propan:

Diese beiden Treibgase sorgen für den nötigen Druck in der Deoflasche. Wird das Ventil geöffnet, können die Inhaltsstoffe ausströmen. Kurz: Ohne diese beiden Gase würde das Produkt nicht dort eingesetzt werden können, wo es benötigt wird. Problematisch an diesen beiden Gasen ist, dass sie die Atemwege reizen und Allergien auslösen können. Jeder von euch hatte bestimmt bereits einmal die freundliche Begegnung mit einem Sprühwütigen, der sich von Kopf bis Fuß in einer engen Umkleidekabine mit einem solchen Deodorant eingenebelt hat – sehr unangenehm für die Atemwege. Neben diesem gesundheitlichen Aspekt gelten die beiden Gase zudem als klimaschädlich, da sie einen Treibhauseffekt haben.

 

Aluminum Chlorohydrate:

Aluminium ist ein schädlicher Stoff, der zum Glück oft leicht in der Inhaltsübersicht zu identifizieren ist. In den meisten Fällen steht nämlich der Begriff Aluminium oder Aluminum mit dabei. Wir kennen Aluminium aus den verschiedensten Bereichen: Als Folie in der Küche, Bestandteil von Getriebegehäusen oder auch zur Wasseraufbereitung. In der Kosmetik wird Aluminium besonders häufig in Form von Aluminiumsalzen in Deos verwendet. Dort können sie ihre schweißhemmende Wirkung entfalten: Aluminiumsalze reagieren mit den kleinen Eiweißbausteinen unserer Haut und bilden super kleine Klümpchen, die dann dem Schweiß den Weg nach draußen versperren. Sie sind wie winzige Stöpsel, die sich auf die Schweißdrüsen setzen und verhindern, dass es überhaupt erst zur Schweißbildung kommt. Hört sich toll an – hat aber für uns schlechte Konsequenzen. Durch den tagtäglichen Kontakt mit Aluminium, sammelt sich ein Teil des Stoffes in unserem Körper an. Zudem können die Aluminiumsalze die Poren so stark verschließen, dass es zu einem großen Schweißstau kommt – und die Haut sich entzünden kann. Besonders tief dringt der Wirkstoff dann in die Haut ein, wenn ihr das Produkt direkt nach dem Rasieren auftragt. Inzwischen gibt es sogar Studien, die die negativen Auswirkungen von Aluminium bestätigen. So gibt es etliche Forschungsprojekte, in denen ein Zusammenhang von Aluminium und der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer bestätigt worden ist. Zudem hat man an der Universität Genf 2012 herausgefunden, dass Aluminiumsalze das Potenzial haben, unsere Zellen zu verändern.

 

Erfahrungen mit Nivea

Wie ihr anhand der Inhaltsstoffe feststellen könnt, handelt es sich bei diesem Produkt um keins, welches man unbedingt an seine Haut lassen möchte. Ich habe das Deo früher selber benutzt – schlussendlich hatte mich damals der gute Geruch zum Produktkauf veranlasst. Ich erinnere mich außerdem daran, dass meine Hausärztin mir früher Nivea Creme empfohlen hat und ich somit stets ein positives Bild von der Marke im Kopf hatte. Rückblickend bin ich fast ein wenig erschrocken über diese Empfehlung, da auch in der klassischen Creme Stoffe enthalten sind, die ich mittlerweile meinem Körper nicht mehr zumuten möchte. Kurz zu der Verwendung des Deodorant: Der Geruch ist super angenehm. Allerdings muss man das etwas Süßliche mögen, sonst ist einem dieses Deo wahrscheinlich zu intensiv. Negative Folgen wie entzündete Poren sind mir damals nicht aufgefallen – abgesehen von dem „Umkleide-Atemnot-Problem“. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich lediglich während der Sporteinheiten zu dem Deodorant gegriffen habe. Das sich bei mir die Haut nicht entzündet hat, führe ich darauf zurück, dass ich das Produkt einfach nicht häufig benutzt habe.

 

Deodorant Alternativen

In Anbetracht der vielen schädlichen Inhaltsstoffe von herkömmlichen Deodorants empfehle ich euch: Selbermachen. Nichts ist einfacher, als Deo selbst herzustellen. Ihr braucht lediglich ein paar Zutaten, von denen ihr die meisten sicherlich schon zuhause habt. Zudem habt ihr bei dem selbst gemachten Antitranspirant die Möglichkeit, durch die Zugabe eines ätherischen Öls das Produkt nach euren Wünschen zu individualisieren. Fehlen euch dazu die Zutaten oder die nötige Zeit, könnt ihr natürlich auch alternative Produkte entspannt online erwerben. Um die Umwelt zu entlasten, solltet ihr Produkte wählen, die ohne den Einsatz von Treibgasen auskommen. Sprays, Roll-On oder Stick – die Auswahl an Alternativen ist groß. Ich selbst habe dieses Deospray getestet und bin damit super zufrieden.

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass in Deodorants schädliche Inhaltsstoffe enthalten sein können und sich auch bei dieser Produktkategorie der Blick auf die Rückseite lohnt. Zudem solltet ihr gelegentlich auch die Marken, die euch schon lange vertraut sind, hinterfragen und die Inhaltsstoffe der Produkte sorgsam prüfen.

Hier erfährst du mehr über Schadstoffe in Kosmetika