Sheabutter – die Wunderbutter einer Nuss

Sie hilft gegen Neurodermitis, pflegt trockene und rissige Haut und eignet sich zudem als Haarkur. Auch als Anti-Aging-Produkt und sogar bei Gelenkschmerzen wird es verwendet. Die Rede ist von Sheabutter, einer fettigen Substanz, die aus der afrikanischen Sheanuss gewonnen wird. Doch was ist das Besondere an Sheabutter? Wieso sollte man unraffinierte Sheabutter der Raffinierten vorziehen? Und wo könnt ihr die Pflegebutter kaufen?

Von Sheabutter und anderen Zutaten

Falls ihr euch an dieser Stelle die Frage stellt, wieso wir euch ausgerechnet dieses Pflegemittel vorstellen: Wir wollen mit diesem Beitrag eine Reihe an Artikeln eröffnen, in welchen wir euch zukünftig bestimmte Zutaten detailliert vorstellen. Bei den ausgewählten Zutaten wird es sich in den meisten Fällen um Stoffe handeln, die ihr in eurer selbst gemachten Naturkosmetik verwenden könnt. Da Sheabutter und Co allerdings super Allrounder sind, könnt ihr sie auch unabhängig von der Kosmetik – also pur – verwenden und euch und eurem Körper etwas Gutes tun. Da kaum ein Produkt so vielfältig ist wie die Sheabutter und ihr die Butter unteranderem für selbst gemachte Hautcreme benötigt, macht die Wunderbutter den Anfang unserer Artikelreihe.

Sheabutter Ursprung

Shea Butter

Sheabutter – shutterstock

Seinen Ursprung hat die Wunderbutter in den Früchten des Karitébaumes. Diese auch als Butterbaum bezeichnete Pflanze wächst in Afrika, besonders häufig findet man sie in Uganda oder im Senegal. Der Baum wächst sehr langsam und blüht auch erst nach einigen Jahren zum ersten Mal – somit können die kostbaren Früchte erst relativ spät geerntet werden. Die Früchte werden zwischen April und Juni gepflückt und haben bei der Ernte eine grüne Farbe. Neben den Früchten, die gegessen werden können, ist besonders der Fruchtkern von Bedeutung. Aus diesem, auch als Sheanuss bezeichneten Kern, wird später die Sheabutter gewonnen. Hierzu müssen die Nüsse zunächst geschält und mit einem Mörser zerkleinert werden. Die dabei entstandene braune Masse wird mit heißem Wasser übergossen und vermengt. Anschließend wird die Menge so lange geknetet, bis sich das Wasser und das in der Nuss enthaltene Fett voneinander trennen. Das Fett schwimmt am Ende dieses Prozesses oben und kann abgeschöpft werden. Erkaltet es, wird es zu Sheabutter. Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Butter mittlerweile nicht mehr nur durch Handarbeit gewonnen, sondern die Herstellung erfolgt teilweise maschinell.

Inhaltsstoffe und Anwendung in der Kosmetik

Die Anwendung von Sheabutter hat in den Gebieten, in denen der Karitébaum wächst, eine lange Tradition. Die Pflanze wird von den Bewohnern als „heiliger Lebensspender verehrt“ und sorgsam gepflegt. Sie nutzen das pflanzliche, nach Schokolade riechende Fett seit jeher als Pflege für die Haut und schützen sich somit gegen Umwelteinflüsse wie Hitze und Wind. Mittlerweile haben jedoch auch wir die schützenden und pflegenden Eigenschaften der Nuss entdeckt und nutzen Sheabutter somit ähnlich wie die Afrikaner – mit dem Unterschied, dass die Umwelteinflüsse bei uns andere sind. Wie oben schon erwähnt, kann Sheabutter vielseitig eingesetzt werden. Diese Vielfalt verdankt die Butter den ebenso vielfältigen Inhaltsstoffen. Ein wesentlicher Inhaltsstoff sind Phytosterine (Fettbausteine), die eng mit dem Talg unserer Haut verwandt und somit so winzig sind, dass sie zwischen unsere Hornzellen schlüpfen können. Weist die Haut kleine Feuchtigkeitslecks auf, können diese super abgedichtet werden. Eure Haut kann Feuchtigkeit besser speichern, trocknet weniger schnell aus und ist unempfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen. Des Weiteren enthält die Butter Vitamin E und Provitamin A, Linolsäure, Allantoin und Beta-Karotin. Alle diese Inhaltsstoffe sind im Verhältnis zu anderen Pflanzenfetten oder Ölen zu einem hohen Anteil in der Sheabutter enthalten und sorgen dafür, dass die Butter auch heilende Wirkungen entfalten kann. So werden mit dem Inhaltsstoff Allantoin entzündungshemmende, zellregenerierende und wundheilende Eigenschaften in Verbindung gebracht, die sich besonders bei Hautirritationen positiv auf euer Hautbild auswirken können. Die Anwendungsweise von Sheabutter ist sehr vielseitig. Aufgrund der Inhaltsstoffe eignet sich die Butter sowohl zur Behandlung von Neurodermitis geplagter Haut als auch zur Pflege von trockenen Haarspitzen. Da Sheabutter den Feuchtigkeitsgehalt der Haut reguliert, wirkt sie beruhigend und rückfettend. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind unteranderem:

• Trockene und rissige Haut
• Empfindliche Haut (Neurodermitis, Ekzeme, Allergien)
• Narbenbehandlung
• Wundheilung
• Sonnenbrand
• Schuppen
• Trockene Haare und Spliss
• Gelenkschmerzen
• Naturkosmetik
• Sonnenschutz

Da Sheabutter bei Körperwärme schmilzt, eignet sie sich zudem als wohlriechendes Massageöl. Besonders bei Menschen mit Gelenkschmerzen oder Arthrose wird es deshalb gerne genutzt, um Schmerzen zu reduzieren und für Entspannung zu sorgen. In der Naturkosmetik wird es oft als natürlicher, gut verträglicher Emulgator verwendet. Wollt ihr Seife oder Creme selber herstellen, eignet sich die Butter also als hochwertiger Grundstoff. Wie bei vielen anderen Naturprodukten gilt jedoch auch bei der Sheabutter: Jede Haut reagiert anders. Wollt ihr die Butter verwenden – sei es für kosmetische oder medizinische Zwecke – solltet ihr vorerst ausprobieren, ob eure Haut das pflanzliche Fett verträgt.

Unraffinierte oder raffinierte Butter

Unraffinierte Sheabutter von Dudu-Shea

Sheabutter könnt ihr sowohl in unraffinierter als auch in raffinierter Form erstehen. Gerade bei konventionellen Cremes oder Lotionen mit Sheabutter könnt ihr euch relativ sicher sein, dass diese Zutat durch Raffination entstanden ist. Das bedeutet konkret: Die Nüsse werden bei hohen Temperaturen maschinell ausgepresst. Oftmals werden chemische Lösungsmittel hinzugegeben, um die Ausbeute zu erhöhen. Für die Inhaltsstoffe der Sheabutter hat dies negative Konsequenzen: Die guten Fettbestandteile werden zu einem großen Teil zerstört und somit verringert sich die pflegende Wirkung der Butter erheblich. Unraffinierte Sheabutter entsteht aus Sheanüssen, die ökologisch angebaut und von Hand geerntet werden. Zudem werden sie nicht maschinell ausgepresst, sondern von Hand weiterverarbeitet. Im unraffinierten Zustand hat die pflanzliche Butter eine leicht gelbliche Farbe und riecht süßlich, mit einem nuss- oder schokoladenartigen Unterton. Die Gerüche unterscheiden sich ja nach Herstellungsgebiet. Auch wenn es sich hierbei um ein reines Naturprodukt ohne Konservierungsstoffe oder sonstige Chemikalien handelt, hält es sich bis zu vier Jahren. Unraffinierte Sheabutter hilft nicht nur euch und eurem Körper – sondern auch der lokalen Wirtschaft. Da das Ernten der Nüsse traditionell Frauenarbeit ist, wird mit unraffinierten Produkten die lokale Landwirtschaft unterstützt. Zudem können sich die dort lebenden Menschen unabhängiger machen und sind weniger auf ausländische Investoren angewiesen.

Sheabutter kaufen

Wie oben schon erwähnt, solltet ihr bei der Sheabutter auf gute Qualität achten. Heißt: Kauft ihr euch pure Sheabutter, solltet ihrzu der unraffinierten Variante greifen. Auch bei Pflegeprodukten ist auf die Qualität der enthaltenen Wunderbutter zu achten. Sollten Kosmetik- oder Pflegeprodukte raffiniertes pflanzliches Fett enthalten, muss dies nicht als Ausschlusskriterium gewertet werden. Seid euch jedoch darüber im Klaren, dass die positiven Wirkungen der pflanzlichen Butter in solchen Produkten nicht so gut zum Tragen kommen. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass diese Produkte mit weiteren Stoffen einhergehen, die als schädlich eingestuft werden können. So enthalten besonders günstige Pflegeprodukte oftmals Zusatzstoffe wie Silikone oder Konservierungsstoffe. Sheabutter erhaltet ihr in gut sortierten Bio-Läden oder auch im Reformhaus und in der Apotheke. Zudem könnt ihr sie natürlich auch online erwerben. Unabhängig davon, wo ihr die Butter kauft, gibt es einige Kriterien, anhand derer sich die Qualität des Produkts einschätzen lässt. Unraffinierte Sheabutter ist meist eher gelblich, hat einen intensiven Geruch und schmilzt in der Hand. Raffinierte Butter hingegen ist oft unnatürlich weiß und der Geruch ist weniger stark. Gerade beim Onlinekauf ist die Farbe ein wichtiges Kriterium für die Qualität des Produkts. Nach intensiver Recherche können wir euch eine Butter empfehlen, welche auch ein EU-Qualitätssiegel vorweisen kann:

Wenn ihr mit diesem Produkt schon Erfahrungen gemacht habt, freuen wir uns, wenn ihr uns einen Kommentar zu dieser Sheabutter hinterlasst. Wir selbst haben vor einiger Zeit noch eine andere Wunderbutter getestet, die sich auch sehr positiv auf die Haut ausgewirkt hat. Allerdings ist diese deutlich teurer als das zuerst genannte Produkt, weswegen wir in Zukunft zu der ersten Variante greifen werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Sheabutter ein wichtiger Bestandteil selbst gemachter Naturkosmetik ist und sich auch sonst sehr vielseitig einsetzen lässt. Ob Hautprobleme, Gelenkschmerzen oder trockene Haare – die Butter lässt sich für die verschiedensten Zwecke nutzen. Wer gerne auf selbst gemachte Kosmetik zurückgreift und immer ein natürliches Mittel zu verschiedensten Zwecken im Schrank haben möchte, ist also mit der Pflegebutter sehr gut beraten.

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Sheabutter