Seife selber machen

Seife selber machen klingt einfach und harmlos, ist allerdings recht anspruchsvoll und kann sogar ein bisschen gefährlich sein. Daher ein paar grundlegende Dinge zu Beginn, damit das Seife sieden Spaß bringt und erfolgreich wird.

Um Seife herzustellen, werden hochwertige Fette und Natronlauge benötigt. Da diese Lauge ätzend ist, müssen bei der Herstellung der eigenen Naturseife einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Zunächst solltet Ihr dabei ungestört sein. Kinder und Haustiere haben hier nichts zu suchen. Bereitet Eure Arbeitsfläche und die benötigten Hilfsmittel und Zutaten gut vor. Außerdem solltet Ihr am offenen Fenster arbeiten bzw. in einem Raum, der gut belüftet werden kann.

Hilfsmittel:

Keine der zum Einsatz kommenden Geräte und Hilfsmittel dürfen aus Aluminium sein, da dies mit der Lauge reagiert. Lauge ist eine ätzende Chemikalie und sollte keinesfalls mit der Haut in Berührung kommen. Daher unbedingt mit Schutzbrille und Handschuhen arbeiten und lange Haare zusammenbinden. Außerdem lange Kleidung und Schuhe tragen, am Besten Ihr tragt etwas Altes. Sollte die Haut dennoch mit der Lauge in Berührung kommen, sofort unter lauwarmen Wasser abwaschen und den Arzt konsultieren. Auch sollte unbedingt darauf geachtet werden, die Dämpfe nicht einzuatmen.

Die genutzten Hilfsmittel können danach nicht mehr zum Kochen verwendet werden!

Grundlage für selbstgemachte Seife sind gute Pflanzenöle.

Grundlage für selbstgemachte Seife sind gute Pflanzenöle.

Zutaten für Grundrezept:

Wenn die Sicherheitsvorkehrungen getroffen und alle Zutaten abgewogen sind, kann es losgehen. Das genaue Abwiegen ist sehr wichtig, da bei falschen Mengenverhältnissen die Seife nicht gelingt.

Seife selber machen – so funktioniert das Sieden

Lauge herstellen:

Zunächst an einem gut gelüfteten Ort die Lauge herstellen (Achtung ätzend! Schutzkleidung anlegen). Für die Herstellung der Lauge das Natriumhydroxid ganz langsam in das möglichst kalte destillierte Wasser geben (nicht anders herum, da es sonst zu einer Verpuffung kommen kann). Am Besten, Ihr teilt das Natriumhydroxid in etwa 5 Teile, sodass nicht versehentlich alles gleich ins Wasser kommt. Beim Einstreuen der Natriumhydroxid-Teile immer gut verrühren, aber aufpassen, dass Ihr die Dämpfe nicht einatmet. Die Lauge erwärmt sich durch die chemische Reaktion. Am Ende wird die Flüssigkeit etwa 80 Grad haben, also verbrennt Euch nicht. Die Lauge ist fertig, wenn die Kristalle des Natriumhydroxid vollständig im Wasser aufgelöst sind. Wenn es soweit ist, stellt Ihr Euren Laugetopf beiseite, die Flüssigkeit muss abkühlen. Das geht etwas schneller, wenn Ihr das Gefäß zum Beispiel in der mit kaltem Wasser gefüllten Spüle abstellt. Hin und wieder umrühren, damit das Ganze schneller abkühlt.

Öle / Fette verflüssigen:

In der Zwischenzeit die Pflanzenöle in einem der Töpfe langsam erhitzen. Dafür erst die festen Fette schmelzen. Sind diese flüssig, den Topf vom Herd nehmen und die kalten Öle zugeben. Das hilft, die erhitzten Fette abzukühlen. Das Fettgemisch gut verrühren. Zur weiteren Verarbeitung sollte es, wie die Lauge, etwa 30-40 Grad haben.

Seifenform vorbereiten:

Während Eure beiden Gemische noch etwas abkühlen, könnt Ihr Eure Form vorbereiten, in welcher Ihr die flüssige Seife dann zum Aushärten hereingebt. Wenn Ihr Seifenformen verwendet, braucht Ihr nichts weiter vorbereiten. Nutzt Ihr allerdings eine große Blockform aus Holz o.ä., müsst Ihr dies noch auslegen. Am besten nutzt Ihr dafür Backpapier.

Seifenleim herstellen:

Nun noch einmal mit einem Thermometer die Temperatur der beiden Mischungen kontrolliert. Diese sollte bei beiden 30-40 Grad haben. Ist sie kälter, wird es etwas länger dauern, bis die Seife nachher ausgehärtet ist.

Nun gebt Ihr die Natronlauge langsam durch ein Sieb in das Fettgemisch und rührt das Ganze mit einem Kochlöffel durch. Dann nehmt Ihr den Stabmixer und beginnt alles zu „pürieren“. Nun verbindet sich die Lauge mit den Fetten, was eine Staubwolke verursachen kann, diese nicht einatmen.

So lange verrühren, bis das Rührgerät deutliche Spuren hinterlässt und eine cremige, homogene Masse entstanden ist. Dann kann die Masse in die vorbereitete Form abgefüllt werden.

Verseifung:

Die Seife ist in Formen gegossen.

Die Seife ist in Formen gegossen.

Nun passiert die Verseifung. Diese dauert umso länger, je kleiner die Formen sind, in welche das Gemisch abgefüllt wurde. Bei der Verseifung erwärmt sich die Masse noch einmal. Wärme von außen fördert den Prozess der Verseifung. Also am besten, Eure Seifenformen in einen Karton, den Ihr mit Kissen oder alten Handtüchern ausgekleidet habt und gut abdecken. Nach etwa 24 Stunden sollte die Verseifung abgeschlossen sein.

Ist dieser Prozess abgeschlossen, kann die Seife aus der Form genommen werden. Habt Ihre eine große Form verwendet, den Block in Seifenstücke schneiden. Bis die selbst gemachte Seife genutzt werden kann, muss sie noch etwa 1-2 Monate trocknen und aushärten. Damit dies gut klappt, am besten die einzelnen Seifenstücken locker nebeneinander an einem kühlen, luftigen Ort lagern, damit die restliche Flüssigkeit richtig verdunsten kann. Eure Seife ist zur Verwendung fertig, wenn das gesamte Natron aus der Seife weg ist. Am einfachsten könnt Ihr das mit einem ph-Wert Teststreifen kontrollieren.

Nachdem Ihr Eure Seife selber gemacht habt, solltet Ihr unbedingt alle Utensilien gut reinigen, um versehentliche Verätzungen zu vermeiden.

Wer sich mehr zu dem Thema belesen will, dem kann ich dieses Buch empfehlen:

 

Seife selber machen – der leichte Weg

Alternativ zu dieser doch sehr aufwendigen und nicht ganz ungefährlichen Art, Seife herzustellen, kann auch mit Glyzerinseife als Grundstoff gearbeitet werden. Das ist eine Rohseife, aus pflanzlichen Zutaten, die sich sehr gut eignet, um tolle Seifenkreationen selber herzustellen.

Dafür einfach feste Glyzerinseife in einem Wasserbad zum Schmelzen bringen. Dann in die flüssige Seife ein paar Tropfen ätherisches Öl eingeben und gut verrühren. In Seifenformen gießen und abkühlen lassen. Sobald die Seife wieder fest ist, kann sie verwendet werden.

Welche Öle Ihr hier zugebt, ist Eurem Geschmack überlassen. Aber am besten, Ihr tastet Euch langsam an die Menge heran. Jedes Öl wirkt anders und kann unter Umständen die Konsistenz der Seife verändern.

Wer es gerne bunt mag, kann außerdem Lebensmittelfarbe in die flüssige Seife einrühren. So riecht sie nicht nur gut und pflegt, sondern sieht auch schön aus.

 

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