Eigenschaften, Wirkung und Anwendung naturbelassener Öle in der Kosmetik

Das sich Olivenöl, Kokosöl und Co super in der Küche einsetzen lassen, ist vielen bekannt. Genauso üblich es allerdings, naturbelassene Öle in selbstgemachter Naturkosmetik anzuwenden, um die selbst hergestellten Produkte mit den Wirkstoffen der kostbaren Öle zu ergänzen. Olivenöl wird also seit Jahrzehnten in die Haare gegeben, Kokosöl auf die Haut oder das Jojobaöl für effektive Peelings sanft einmassiert. Doch wie verwende ich die naturbelassenen Öle am besten in der selbstgemachten Naturkosmetik? Welche Öle eignen sich für welchen Zweck und worauf sollte ich bei der Verwendung achten? Um keine Fragen offen zu lassen, findet Ihr im folgenden Beitrag eine Übersicht der bekanntesten, naturbelassenen Öle und könnt gleichzeitig nachlesen, wofür Ihr diese verwenden könnt!

Naturbelassene Öle – Was macht diese Pflegeöle aus?

Olivenöl, Kokosöl und Co hat jeder von Euch schon einmal gehört. Gerade wenn man viel im Bereich der selbstgemachten Naturkosmetik unterwegs ist, kommt man um die hochwertigen Pflanzenöle nicht herum! Doch was macht diese naturbelassenen Öle überhaupt aus und wieso eignen sie sich für selbstgemachte Naturkosmetik?

Naturbelassene Pflegeöle sind Öle, die auf schonende Art und Weise aus verschiedenen Pflanzen gewonnen werden. Bei der Herstellung eines Öls ist darauf zu achten, das die Öle weder verunreinigt noch zu stark erhitzt werden – andernfalls würden wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen. Je nachdem, von welcher Pflanze das Öl stammt, weist das Öl bestimmte Eigenschaften und Nährstoffzusammensetzungen auf. So ziehen zum Beispiel Olivenöl oder Kakaobutter nur sehr langsam in die Haut ein, während Kokosöl und Sonnenblumenöl sehr schnell in die obersten Hautschichten vordringen können. Die einen Öle ziehen schnell ein, andere Fette brauchen mehr Zeit, andere wiederum durchdringen die Hautbarrieren überhaupt nicht – wie Ihr seht, gleicht kein Öl dem anderen. Und da es noch zig andere Merkmale gibt, anhand derer sich die Wirkung der Pflanzenöle unterscheidet, ist es wichtig, dass Ihr Euch, bevor Ihr selbstgemachte Naturkosmetik mit Pflanzenölen verfeinert, genau über die Eigenschaften des jeweiligen Öls informiert.

Klassifizierung von naturbelassenen Pflanzenölen

Bevor wir Euch einige ausgewählte Pflanzenöle im Detail vorstellen, wollen wir Euch zunächst mit einigen Begrifflichkeiten vertraut machen, anhand derer sich die unterschiedlichen Öle klassifizieren lassen.

Komedogenität: Ein Begriff, der zwar etwas kompliziert auszusprechen ist, dafür aber unfassbar hilfreich auf der Suche nach dem passenden Pflanzenöl ist. Der Grad der Komedogenität ist nämlich wichtig, um zu beurteilen, wie stark das Öl dazu neigt, Poren zu verstopfen. So sind nicht stark komedogene Öle dafür bekannt, Poren nicht zu verstopfen, während hingegen die stark komedogene Pflanzenöle dazu neigen, porenverstopfend zu wirken. Solltet Eure Haut also allgemein dazu tendieren, schneller unrein zu werden, solltet Ihr für selbstgemachte Gesichtscremes zu Ölen greifen, die über einen geringen Grad der Komedogenität verfügen.

Spreitverhalten: Das Spreitverhalten gibt Aufschluss darüber, wie schnell sich das Öl auf der Haut verteilt. Es gibt unterschiedliche Modelle, anhand derer man diese Eigenschaft charakterisieren und bewerten kann – in diesem Falle beziehen wir uns auf das Spreitmodell von Heike Käser. Dieses von Käser im Jahre 2009 entwickelte Modell bezieht sich vorrangig auf Öle in der Naturkosmetik, weswegen es im Kontext der selbstgemachten Naturkosmetik am praktikabelsten anzuwenden ist. Perfekte Rezepturen von selbstgemachten Cremes und Co enthalten eine Mischung aus niedrig-, mittel- sowie hochspreitenden Ölen, da diese Cremes schnell einziehen und gleichzeitig langanhaltend pflegen.

Lichtexponiertheit: Wusstet Ihr, das nicht jedes Pflanzenöl für die Tagespflege geeignet ist? Und wiederum andere naturbelassene Öle ausschließlich für den Tag geeignet sind? Wie lichtempfindlich ein Öl ist, darüber gibt die Lichtexponiertheit Aufschluss. Anhand dieses Merkmals könnt Ihr festmachen, ob das Öl problemlos dem Sonnenlicht ausgesetzt werden kann oder ob Ihr es besser lediglich für die Nachtpflege verwendet. In vielen Fällen werden Ölen, die bei Sonnenlicht schneller zu oxidieren beginnen, andere, stabilisierende Öle zugesetzt, um die Lichtempfindlichkeit zu reduzieren.

Naturbelassene Öle – Unsere Top 5 für selbstgemachte Naturkosmetik

Nun geht es ans Eingemachte und wir stellen Euch unsere Top 5 der naturbelassenen Öle vor. Wenn Ihr eines der folgenden Öle für selbstgemachte Creme, Peelings und Co verwendet, beachtet bitte Folgendes: Jede Haut und jedes Haar ist verschieden. Die Öle, die bei Eurem Nachbarn wahre Wunder wirken, können bei Euch vielleicht leichte allergische Reaktionen hervorrufen oder einfach nicht so effektiv wirken, wie man sich es wünscht. Ähnlich wie bei den ätherischen Ölen, solltet Ihr vor Gebrauch oder Verarbeitung des Öls also prüfen, ob Ihr das naturbelassene Öl gut vertragt.

Olivenöl

Kaltgepresstes Olivenöl wird aus dem Fruchtfleisch von reifen Oliven durch Kaltpressung gewonnen. Durch diese Form der Verarbeitung werden die wertvollen Inhaltsstoffe nicht beschädigt. Das mediterrane Öl, welches auch in normalen Küchen oft zum Einsatz kommt, unterstützt besonders trockene Haut, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Außerdem wirkt es leicht entzündungshemmend, macht die Haut geschmeidig und unterstützt das Bindegewebe! Wer sich mit Olivenöl schon einmal eingecremt hat, weiß: Das Öl braucht sehr lange, um in die Haut einzuziehen. Wenn Ihr also in naher Zukunft ein Massageöl selbst herstellten wollt, eignen sich dieses naturbelassene Öl super als Basis.

• Konsistenz: In seiner Ursprungsform flüssig

• Lichtexponiertheit: Geeignet für Tagespflege

• Komedogenität: Stark komedogen

• Spreitverhalten: Im mittleren Bereich einzuordnen

• Wirkstoffe: Größtenteils einfach ungesättigte Fettsäuren sowie Polyphenole, Vitamin A, E und K

• Einsatzgebiet: Olivenöl kann pur auf die Haut aufgetragen werden oder – wer sich an dem starken Eigengeruch stört – mit einem anderen Öl vermischt werden. Besonders gut eignet sich das naturbelassene Öl für die Herstellung von selbstgemachtem Massageöl oder intensiv pflegender, selbstgemachter Handcreme. Bei einigen Haartypen kann Olivenöl auch zur Kräftigung der Haare in die Spitzen einmassiert werden.

Sheabutter

Shea Butter

Sheabutter – auch als die Wunderbutter der Nuss bekannt. Die Anwendung von Sheabutter hat in den Gebieten, in denen der sogenannte Karitebaum wächst, eine lange Tradition. Bereits früher wurde das pflanzliche Fett, das nach Schokolade riecht, zur Pflege von Haut und Haaren eingesetzt. Heutzutage kommt das pflegende Fett besonders gut in selbstgemachter Naturkosmetik zur Geltung! Das Pflanzenfett ist speziell für trockene Haut geeignet, um diese zu beruhigen und zu pflegen. Sogar Menschen, die von Neurodermitis geplagt werden, können es mit dieser Butter versuchen. Ein wichtiges Merkmal dieses pflegenden Fettes: Es zieht sehr langsam in die Haut ein, dringt dafür aber sogar in die tieferen Hautschichten vor. Außerdem gibt sie vielen selbstgemachten Cremes eine herrlich geschmeidige Konsistenz.

• Konsistenz: fest, wird flüssiger wenn man sie mit anderen Ölen mischt

• Lichtexponiertheit: Geeignet für Tagespflege

• Komedogenität: Nicht komedogen

• Spreitverhalten: Im unteren Bereich einzuordnen

• Wirkstoffe: Ein sehr hoher Mineralstoffgehalt, sowie Vitamin E, Phytosterole und Wachester machen die Butter zu einer sehr pflegenden Substanz

• Einsatzgebiet: Das pflegende Fett kann natürlich pur aufgetragen werden und eignet sich besonders gut bei trockener, rissiger oder wunder Haut. Wer seinen trockenen Haarspitzen etwas Gutes tun will, kann das Fett vorsichtig in die Haarspitzen einmassieren. Da Sheabutter eine sehr feste Konsistenz hat und erst weicher wird, wenn man sie erwärmt, lässt sich sich super als Basis für die verschiedensten, selbstgemachten Cremes oder Peelings verwenden!

Kokosöl

Kokosöl

Kokosöl gehört wohl mit zu den beliebtesten Ölen. Nicht nur in der Küche, sondern besonders in selbstgemachter Naturkosmetik macht es eine gute Figur! Es wird nicht nur wegen seiner pflegenden Eigenschaften geschätzt, sondern natürlich auch aufgrund seines herrlich aromatischen Geruchs. Das Kokosöl hat seinen Schmelzpunk bei ca. 20 bis 25 °C und wird aus den Früchten der Kokospalme gewonnen. Wer von Euch sich schon einmal mit dem karibischen Pflanzenöl gepflegt hat, wird festgestellt haben, das dieses Öl schnell einzieht. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass das Kokosöl lediglich in die oberen Hautschichten vordringt, nicht aber die tieferen Hautschichten mit Pflege versorgt. Dem Kokosöl wird eine antibakterielle sowie desodorierende Wirkung zugesprochen, weswegen es eine beliebte Zutat in selbstgemachtem Mascara oder dem selbst hergestellten Deodorant darstellt.

• Konsistenz: bei Zimmertemperatur fest, wird ab ca. 20 bis 25 °C flüssig

• Lichtexponiertheit: Geeignet für Tagespflege

• Komedogenität: Im mittleren Bereich

• Spreitverhalten: Im hohen Bereich einzuordnen

• Wirkstoffe: Hoher Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitamin E

• Einsatzgebiet: Kokosöl ist ein Allrounder. Ob in Kombination mit anderen Ölen, als Haarpflege oder einfacher Cremeersatz – Kokosöl eignet sich für fast alle Zwecke! Besonders gut eignet sich das duftende Öl zum Abschminken und täglichen Hautreinigen: Schmelzt etwas von dem Öl in Euren Handflächen und taucht dann ein Wattepad in das Fett. Anschließend könnt Ihr mit kreisenden Bewegung und dem Pad Euer Gesicht sanft reinigen und gleichzeitig pflegen. Es empfiehlt sich, nach der Prozedur das Gesicht mit lauwarmen Wasser abzuwaschen und abschließend mit einem Handtuch sanft abzutupfen.

Jojobaöl

Wusstet Ihr, dass Jojobaöl streng genommen gar kein Öl ist, sondern vielmehr ein Wachs? Seine Fettsäuren sind nämlich nicht mit Glycerin, sondern mit einem Fettalkohol verbunden, weswegen es auch dem menschlichen Talg ähnlich ist. Dadurch, das die Substanz in ihrer Konsistenz dem Talg im wahrsten Sinne des Wortes sehr nahe kommt, kann sie eine zuverlässige Verbindung mit unserer Haut eingehen und langanhaltend vor Feuchtigkeitsverlust schützen! Außerdem beseitigt es Mikroorganismen, die für unreine Haut sorgen – weswegen dem Jojobaöl auch eine antibakterielle Wirkung zugesprochen wird. Das Jojobaöl wird aus den Samen des Jojobastrauches gewonnen und kann kaltgepresst seine Wirkstoffe auf unsere Haut übertragen.

• Konsistenz: flüssig, eignet sich als Stabilisator für andere Öle

• Lichtexponiertheit: Geeignet für Tagespflege

• Komedogenität: Im unteren Bereich

• Spreitverhalten: Im mittleren Bereich einzuordnen

• Wirkstoffe: Jojobaöl ist besonders reich an Omega-Fettsäuren, außerdem lassen sich Spuren von Vitamin A, B und E in dem naturbelassenen Öl finden

• Einsatzgebiet: In Jojobaöl ist ein hoher Anteil an pflegenden Gadoleinsäuren. Es ist dadurch für fast alle Hauttypen geeignet, besonders trockene und empfindliche Haut profitiert von dem Pflanzenöl. Ihr könnt das Fett entweder in eure selbstgemachte Creme, aber natürlich auch pur auftragen. Besonders gut eignet sich diese Substanz für Augencremes, da es nicht in die Augen zieht und ein Brennen ausbleibt.

Arganöl

Arganöl ist ein gelbliches, recht flüssiges Öl, das aus den Früchten des Arganbaumes gewonnen wird. Das Öl regt die Zellerneuerung an und soll zudem über eine antioxidative Wirkung verfügen. Kein Wunder also, das es besonders beliebt bei älteren Menschen ist und in dem ein oder anderen Anti-Aging-Produkt eingesetzt wird. Aber nicht nur reifere Haut kann von dem verjüngenden Effekt des Arganöls profitieren, auch Problemhaut, Akne sowie Schuppenflechte kann von den Wirkstoffen des gelblichen Pflanzenöls positiv beeinflusst werden.

• Konsistenz: flüssig, eignet sich als Basisöl

• Lichtexponiertheit: Geeignet für Tagespflege

• Komedogenität: Im unteren Bereich

• Spreitverhalten: Im mittleren Bereich einzuordnen

• Wirkstoffe: Arganöl hat einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren sowie natürlichem Vitamin E. Außerdem befinden sich Anteile von Phytosterolen und Tocopherolen in dem gelblichen Pflanzenöl.

• Einsatzgebiet: Das naturbelassene Pflanzenöl wird auch als das „flüssige Gold Marokkos“ bezeichnet und ist ein sehr kostbares Öl. Um von den Inhaltsstoffen zu profitieren, reicht es auch, eine geringe Menge des Pflanzenöls in das fertige, bestenfalls auf Handwärme abgekühlte Endprodukt zu geben. Natürlich könnt ihr das Öl nicht nur in selbstgemachter Creme anwenden, sondern auch pur auf die Haut auftragen. Besonders beliebt ist das flüssige Gold als Haarpflegemittel – hierbei solltet Ihr aber beachten, dass dieses sehr pflegende Öl nicht für jeden Haartyp geeignet ist. Abschließend wollen wir Euch darauf hinweisen, dass das Öl nicht über 65 °C erhitzt werden darf, da durch die Hitze wertvolle Wirkstoffe zerstört werden.

Ihr wollt naturbelassene Öle in Eurer selbstgemachten Naturkosmetik verwenden? Dann steht dem Herstellungsprozess von deiner Creme und Co ja nichts mehr im Wege! Bei der Wahl des passenden Pflanzenöls solltet Ihr allerdings mit Bedacht vorgehen, denn jedes naturbelassene Öl weist verschiedene Eigenschaften und Wirkstoffe auf. Orientieren könnt Ihr Euch hierbei an den von uns oben genannten Kriterien. Natürlich spielen aber auch die Inhaltsstoffe sowie Geschmäcker eine entscheidende Rolle – Ein intensiv riechendes Kokosöl ist eben nicht jedermanns Sache. Wer erst mal ausprobieren will und noch nicht so recht weiß, welches Öl am besten für einen geeignet ist, dem könnte dieses Set gefallen:

 

Wenn Ihr bereits Erfahrungen mit dem ein oder anderen Öl in selbstgemachter Naturkosmetik gesammelt habt, könnt ihr gerne ein Kommentar hinterlassen und uns Feedback geben!

 

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Naturbelassene Planzenöle in der Kosmetik